Kapitel 3 - Geschlechtsidentität auf biologischer Ebene

Wenn Geschlechtsidentität eine starke biologische Komponente hat, muss es folglich möglich sein, ein Trans-Person auf biologischer Ebene erkennen zu können. Und Untersuchungen legen nahe, dass das tatsächlich möglich ist. Beispielsweise entspricht die Größe der Hirnregion BSTc - eine Hirnregion, die bei Männern und Frauen eine jeweils unterschiedliche Größe hat - eher dem empfundenen, als dem biologischen Geschlecht. [5] [6]
Aber diese neuronalen Unterschiede lassen keinen Rückschluss darauf zu, woher eine Trans-Person letztlich weiß, dass sie trans ist. Denn niemand unterzieht sich erst einem CT, stellt fest, dass bestimmte Gehirnstrukturen nicht zum biologischen Geschlecht passen, und entscheidet sich daraufhin zu einer Geschlechtsumwandlung.
Sondern Trans-Menschen beziehen dieses Wissen aus ihrer inneren Gefühlswelt. Womit wir bei der Frage angelangt sind: Wie fühlt es sich eigentlich an, trans zu sein?