Lebenszeichen

Sprachnachrichten

Über Sprachnachrichten gibt es geteilte Meinungen.

Die Einen hassen Sprachnachrichten wie die Pest. Denn sie sind ineffizient und eine reine Zweitverschwendung. Warum muss ich mir 5 Minuten lang das verdammte Handy ans Ohr halten, wenn das Gesagte doch auch in zwei beschissenen Sätzen hätte beschrieben werden können. Und wenn ich mal eben schnell drauf antworten will, geht das auch wieder nicht, weil diese dämliche Person meint, mich vollabern zu müssen, anstatt mir einfach nur zu schreiben, was sie will.

Aber dann gibt es da noch die Anderen. Die, die es über alles lieben, Sprachnachrichten zu verschicken. Eigentlich wollten wir nur kurz klären, wann wir uns morgen treffen, aber in deiner 6 minütigen Sprachnachricht teilst du mir nicht nur mit, dass du das eigentlich noch nicht so richtig weißt, sondern auch bis ins kleinste Detail, warum. Toll, oder?

Nunja, wenn es darum geht, logistische Fragen zu klären, sind Sprachnachrichten wohl wirklich keine so gute Idee. Lass uns einfach klären, wann wir uns morgen treffen, und gut ist.

Aber über Whatsapp klärt man ja nicht nur logistische Fragen. Sondern man bleibt auch einfach in Kontakt. Fragt, was so geht. Was man so gemacht hat. Und was so ansteht. Und ist es da wirklich so wichtig, diese Information auf die effizient möglichste Art auszutauschen? Oder geht es da nicht eigentlich darum, eine Verbindung zu einander aufzubauen?

Zum Beispiel durch Hören.
Der Seufzer zwischendurch oder die Niedergeschlagenheit nach einem langen Tag.
Durch Hören, wie du kurz verwirrt bist, aber meinen Witz dann doch verstehst.
Eben all das, was eine Textnachricht nicht vermitteln kann. Also warum nicht doch einfach 5 Minuten ins Handy reden, obwohl du ja eigentlich nur wissen wolltest, wie es mir geht. Denn genau das will ich dir ja sagen. Nur halt 5 Minuten lang.